E-Mobilität so hipp und doch so umständlich

In den Tagen es Wahlkampfes wird viel geredet, manches Versprochen und manches einfach nur schöngeredet. Ich interessiere mich schon lange für die Zukunft es Autos und immer wieder gelangt man da zu den E-Autos. Was die deutschen Konzerne seit Jahren nicht hinbekommen machen die anderen und in diesem Bereich nur einer „Tesla“. Da werden die Autos gebaut die auf den Messen einen echten hingucker erzeugen und vor deren Geschäften sich Schlangen bilden wenn ein neues Model in den Vorverkauf geht. Selbst die Infrastruktur hier in Deutschland baut Tesla mal eben für seine Autos selbst. Nicht nur die deutschen Autobauer haben hier den Trend um Jahre verpatzt, auch die Politiker haben es nicht verstanden. So ein Pech aber auch das nun noch der Dieselmotor dabei ist unsere Lungen zu Vergiften und es für E-Autos nicht den hauch von Infrastruktur gibt, die nötig währe um die neuen Flitzer ans Netz zu bekommen. Dabei fällt mir auf das immer wieder von Arbeitsplätzen und staatlicher Unterstützung die rede ist. Die Infrastruktur soll nun zuerst an den Autobahnen aufgebaut werden. Wie dabei ein tragendes Geschäftsmodel entstehen soll kann keiner Sagen. Für mich stellt sich da die Frage was die Menschen die sich für ein E-Auto interessieren den mit diesen Versprechen anfangen sollen. Es wird nichts dabei rum kommen auch wenn Sie noch ein paar Millionen Verpulvern, es bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein.

Fast einheitliche Stecker für die neuen Autos haben wir inzwischen. Nun brauchen wir noch eine Infrastruktur für die ich nicht an jeder Ladesäule eine extra Karte brauche. Das sind Grundvoraussetzungen die die Politik schaffen kann und muss (Eigentlich eine Aufgabe für die „schlafende“ Bundesnetzagentur). An diesem Punkt müsste es sogar noch einfacher von Statten gehen, ich stelle mir vor das die Authentifizierung auch voll automatisiert ist. Wenn ich mir vorstelle 2-3x am Tag das Auto an die Steckdose bringen zu müssen, muss dies so einfach wie möglich gehen. Ich finde wenn ich nach dem Einparken das Ladekabel aus dem Kofferraum geholt habe, es ins Auto und in die Ladesäule gesteckt habe müsste alles erledigt sein. Höchstens an der Ladesäule eben bestätigen mehr nicht. Kann nicht sein das ich mich dann an der Säule erst einloggen oder aus einem Buch voller Karten die richtige aussuchen muss. Viel besser währe es wenn über das Ladekabel meine Authentifizierung erfolgt. So könnte ich im Auto System oder über eine Handy-App angeben wie viel ich Tanken will und über welchen Anbieter.

Danach brauchen wir auch erstmal keine flächendeckende Ladeinfrastruktur sondern viele Ladesäulen in den Städten. Mit den Reichweiten der aktuellen Modelle macht es nur dann  Sinn wenn sich so in den nächsten Jahren die Familien den Zweitwagen für die Stadt als E-Auto anschaffen. Für Städte wie Stuttgart würde das auch die Luftverschmutzungsprobleme reduzieren. An Shoppingcentern, Stadien, Konzerthäusern oder Kinohäusern würde sich schnell die Nachfrage nach Lademöglichkeiten einstellen. Bildet sich in den Städten eine kritische Masse an E-Autofahrern wird sich das Problem der fehlenden Infrastruktur auf dem Land von allein lösen. Auch könnte ich mir vorstellen das grade kleine Städte da auch ganz gezielt Investitionen und Anreize bieten können. Die Menschen sollten nicht zu den Ladesäulen fahren müssen – die Ladesäulen sollten zu den Menschen kommen.